17. und 18. Juni 2017 
Tage der Industriekultur am Wasser


In Cuxhaven und Umgebung, im Kreis Pinneberg, in Itzehoe und Umgebung sowie in den Landkreisen Stade und Rotenburg und natürlich in Hamburg und Umgebung finden am 17. und 18. Juni die „Tage der Industriekultur am Wasser“ statt.

Der Hamburger Hafen ist heute noch einer der wichtigsten Arbeitgeber der Stadt. Wie schwer und teilweise auch gefährlich die Arbeit im Hafen noch vor einigen Jahrzehnten war, erfährt man hautnah bei der Führung mit einem Hafensenior durch den Kaischuppen 50A. Mit den 50er Kaischuppen entstand vor 105 Jahren eine zukunftsweisende Infrastruktur für den Güterumschlag.  

Schwimmende Gebäude wie der Lieger „Caesar“ im Traditionsschiff-Hafen der Speicherstadt sind eine Hamburgensie

Im Lieger Cäsar konnten Hafenarbeiter pausieren, heute wird er manchmal sogar für Weinproben benutzt.

Das Hafenmuseum Hamburg beherbergt ein komplettes Ensemble für den klassischen Stückgut-Umschlag mit Schiffen, Eisenbahn, Schuppen und Kränen, und alles ist an den Tagen der Industriekultur im Betrieb. Selbst die Kaffeeklappe, in der Snacks und Getränke angeboten werden, war schon zu Zeiten aktiv, als hier noch die Güter umgeschlagen wurden. Alle Kinder zwischen acht und zwölf Jahren können am Sonntag das Hafenpatent ablegen.

Gegenüber auf der anderen Seite der Elbe veranschaulicht das Speicherstadtmuseum, das zum ersten Mal bei dem Industriekultur-Festival dabei ist, die Arbeit der Quartiers-Leute im Lagerhaus von 1888. Natürlich werden auch Rundgänge durch Hamburgs Welterbe – die Speicherstadt – angeboten.
Die „Repsold“ lädt zu kleinen Hafenrundfahrten ein. Das Feuerlöschboot, das 1941 in Finkenwerder gebaut wurde, war an zahlreichen Löscheinsätzen im Hamburger Hafen beteiligt und auch bei der Großen Flut 1962 im Einsatz. Stückgut-Frachter wie die „Bleichen“ haben den Hamburger Hafen vor den Zeiten der Containerriesen geprägt. Der Frachter aus den 1950er Jahren lädt zum Open Ship, und am 17. Juni wird auf der Bleichen wieder geladen und gelöscht wie in den Zeiten des historischen Stückgut-Umschlags.

Im Traditionsschiff-Hafen der Speicherstadt

Im Traditionsschiff-Hafen der Speicherstadt

Im Traditionsschiff-Hafen liegt auch die Seute Deern mit Blick auf die Elbphilharmonie

 

 

 

 

 

 

 

Schwimmende Gebäude wie der Lieger „Caesar“ sind eine Hamburgensie. Die in der Nähe des jeweiligen Einsatzortes festgemachten Lieger dienten den Ewer-Führern im riesigen Hafen als Stützpunkte. Sie waren schwimmende Anlegestelle, Werkstatt mit Kontor und Pausenraum. Wie das Liegerleben der Ewer-Führer aussah, wird bei Führungen zu diesem Thema deutlich.

Auf der „Cap San Diego“, größtes fahrtüchtiges Museumsfrachtschiff der Welt, ist von Maschine bis Brücke und von Bug bis Heck alles zu besichtigen

Auf der „Cap San Diego“, die als das größte fahrtüchtige Museumsfrachtschiff der Welt gilt, ist von Maschine bis Brücke und von Bug bis Heck alles zu besichtigen. Für den kleinen Hunger bietet das Bordbistro Maritime Snacks.

Im Schellfischtunnel werden mehrmals täglich Führungen zur Geschichte und Bedeutung dieses knapp ein Kilometer langen Teils der Altonaer Hafenbahn angeboten. Bei den beliebten Touren durch das 1993 stillgelegte Bauwerk lohnt die rechtzeitige Anmeldung.

 

Hamburgs Welterbe – die Speicherstadt

Das Museum der Arbeit bezieht sich am 18. Juni mit einem Rundgang über das Museumsgelände mit der „Alten Fabrik“ von 1871, dem Torhaus, der Zinnschmelze, dem Kesselhaus und der „Neuen Fabrik“ von 1908 ganz auf seine eigene Geschichte als New-York Hamburger Gummi-Waaren Compagnie in Barmbek

 

Wieder mit dabei in Hamburg ist das Museum der Arbeit, das sich am 18. Juni mit einem Rundgang über das Museumsgelände mit der „Alten Fabrik“ von 1871, dem Torhaus, der Zinnschmelze, dem Kesselhaus und der „Neuen Fabrik“ von 1908 ganz auf seine eigene Geschichte als New-York Hamburger Gummi-Waaren Compagnie in Barmbek bezieht.
Die Bootswerft Hamburg-Cranz ist eine der wenigen erhaltenen Beispiele für die einst knapp 300 kleinen Bootswerften im Raum Hamburg, die an der Elbe oder ihren Nebenflüssen lagen. Der gastliche Eigentümer führt über die Werft mit ihrer Werkstatt aus dem 18. Jahrhundert, der über 100jährigen Bootshalle und der Slip-Anlage.

Harburg Channel

Das ist T.R.U.D.E und bedeutet tief runter unter die Elbe. Sie half beim Bau des Elbtunnels.

Das Wasserwerk Kaltehofe versorgte die Stadt Hamburg ab 1883 mit sauberem Trinkwasser. Die Ausstellungsführungen erläutern die Funktion der Langsamsand-Filtrations-Anlage, und die Rundgänge über das Außengelände informieren über das Industriedenkmal und den Naturpark auf der Elbinsel. Das beliebte Café bietet allerlei Leckereien. Aus der Stadtwasserkunst sind 1924 die Hamburger Wasserwerke hervorgegangen. Im Wasserforum, dem Museum der Hamburger Wasserwerke, erfährt man alles über die Gründung der ersten Wasserversorgung auf dem europäischen Kontinent im Jahr 1848 von William Lindley. Am 18. Juni werden Führungen entlang der erhaltenen Anlagen über das Betriebsgelände in Rothenburgsort angeboten.

Auch in Harburg ist einiges los. Der Kultur-Kran ist seit den ersten Tagen der Industriekultur ein Besuchermagnet. Auch diesmal verspricht das Programm zwei ausgelassene Tage. Neu sind die angebotenen Rundfahrten durch den Binnenhafen in Kooperation mit dem Museumshafen Harburg e.V. Der Kran zeigt sich wieder in Bewegung, und auch während der Kran gedreht wird oder Lasten gehoben oder gesenkt werden, steht er zur Besichtigung frei. Kinder dürfen Kranführer sein, und am Sonntagmorgen wird zum musikalischen Frühschoppen eingeladen.

Etwas außerhalb, in Winsen (Luhe), feiern gleich zwei Objekte ihre Premiere bei den Tagen der Industriekultur. Der Hafen Stöckte war der Hafenplatz für Winsen/Luhe und die Marsch. Landwirtschaftliche Güter und Baustoffe wurden hier umgeschlagen. Im Ortsteil Hoopte befindet sich seit 1899 der Werftplatz der Schiffswerft August Eckhoff. Der Schiffbaumeister in vierter Generation führt durch den Hafen, den Hafenschuppen und erklärt die Arbeit auf der Werft. Wie schon vor Jahrhunderten gibt ihm der Tide-Kalender seine Arbeitszeit vor: „Wenn ein Kunde sein Binnenschiff zur Reparatur bringen will und das Hochwasser um 3 Uhr morgens ist, muss der Schiffer dann kommen. Dann kann ich den Kahn auf die Helling nehmen, das geht nicht bei Ebbe.“
Für das Motoren-Museum Schleswig-Holstein in Lütjensee sollten Technikfans ganz viel Zeit mitbringen. Die Sammlung beherbergt 350 Maschinen aus den Baujahren 1874 bis 1960, und am 17. Juni werden viele von ihnen in Betrieb genommen.

Fotos Elke Backert

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Elke Backert

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