Fasnachten in Tirol

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Uraltes Brauchtum aus dem Alpenraum
Foto oben: Der Imster Fastnachtsbrauch schmückt gar manche Hausfassade.

Der Tanz der Fasnacht Imst folgt strengen Regeln, die teilweise seit Jahrhunderten gelten. Die Fasnachtsmzüge in Imst und Nassereith finden nur alle drei bis vier Jahre statt und ziehen mit ihrem magischen Schauspiel Zaungäste aus Nah und Fern in den Bann. Im Jahr 2010 hat die UNESCO das Imster Schemenlaufen sogar zum „Immateriellen Kulturerbe der Menschheit“ erklärt.  

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Scheller

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Am 31. Januar 2016 findet in Imst wieder das Schemenlaufen statt. Die Hauptfiguren sind Roller und Scheller, deren bis zu 35 Kilo schwere Schellen und Rollen beim Tanz vielstimmig erklingen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Imster Schemenlaufen

Am 31. Januar 2016 geht wieder die wohl größte und farbenprächtigste Fasnacht des Alpenraums über die Bühne. Kaum jemand vermag sich der mythischen Strahlkraft dieses jahrhundertealten Spektakels zu entziehen. In einem großartigen Ensemble hunderter Masken zelebrieren die teilnehmenden Gruppen den Triumph des Frühlings über den Winter. Die zentralen Gestalten des Imster Schemenlaufens sind Roller und Scheller: Der jugendliche Roller tänzelt während des „Gangls“ dem Scheller mit seinem imposanten Schnurrbart voraus. Die Ordnungsmasken Sackner, Spritzer und Kübelemajen (wehe, wer ihnen im Wege steht!) ebnen den beiden Hauptmasken den Weg durch die Menschenmenge. Dem Aufzug der beiden vornehmsten Figuren des Schemenlaufens folgt eine Vielzahl weiterer Figuren. Am Tag nach dem Schemenlaufen, am „Fasnachtsmontag“, ziehen  alle Teilnehmer noch einmal durch die Stadt. Kostümiert, aber ohne Masken. So findet das noble Treiben vom Vortag eine etwas ungezügelte Fortsetzung.

Info: www.fasnacht.at

Das Schellerlaufen in Nassereith

Uraltes, bodenständiges Brauchtum findet hier ein eindrucksvolles Wiedererstehen, wenn nach dem Verklingen des Zwölf-Uhrläutens der Lärm der Masken die Dorfstraßen bis zum ersten Klang des Betläutens erfüllt.
Nach einer Pause von drei Jahren gehen die Nassereither am 24. Januar 2016 wieder in die Fasnacht. Wenn man nach langer die Schellen hört, werden viele das Kribbeln spüren, das einen echten Fasnachtler jedes Mal überfällt, wenn der vertraute Ton erklingt.

Über die Entstehung, Alter, Herkunft und Sinn der Oberländer Fasnachten ist sehr viel geschrieben und wissenschaftlich untersucht worden und die zahlreichen Abhandlungen und Deutungen sind so verschieden, dass man leicht den Überblick verliert. Sie reichen vom Kampf Sommer gegen Winter über heidnische und germanische Fruchtbarkeits-Rituale bis zu mystischen Handlungen zu Ehren der Götter der Antike.

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Nette Figuren bei der Nassereither Fasnacht, die alle drei Jahre stattfindet. Er ist natürlich Hahn im Korb!

Wie dem auch sei, die Nassereither Fasnachtler interessieren solche Dinge nur am Rande. Wichtig ist, dass wieder in die Fasnacht gegangen wird. Da überdies alle Fasnachtler, ganz gleich in welcher Rolle sie auftreten, nur das eine Ziel kennen – eine schöne Fasnacht zu gestalten -, hat die Fasnacht auch ihre Auswirkung auf das Gemeinschaftswesen des Dorfes. In der Fasnacht spielen weder politische noch berufliche Unterschiede eine Rolle.

Die Nassereither sind stolz auf ihre Fasnacht, jeder identifiziert sich damit, nur so ist es zu erklären, dass eine Veranstaltung in dieser Größe zustande kommt. Muss doch jeder Mitwirkende zusätzlich zur Arbeitsleistung oft auch bedeutende finanzielle Opfer auf sich nehmen.

Das Schellerlaufen muss nach altem Brauch genau den überlieferten Regeln entsprechend durchgeführt werden. Ein Großteil der Dorfbewohner ist unermüdlich mit den Vorbereitungen beschäftigt. Aktiv mitwirken bei der Fasnacht dürfen nur Burschen und Männer, jedoch sind die Frauen sicher ebenso, wenn nicht mehr, mit den Vorbereitungen beschäftigt. Mit großer Sorgfalt, viel Liebe und großem Zeitaufwand werden die Kostüme genäht, gestickt und mit Verzierungen versehen.

Jede der großen Oberländer Fasnachten hat ihre Eigenheiten. Das Nassereither Schellerlaufen ist durch seine Farbenpracht ebenso bekannt wie durch die unvergleichlichen Holzlarven des Nassereither Künstlers Franz Josef Kranewitter. Die Hauptmasken der Nassereither Fasnacht entstehen in seinen Händen.

Im „Haus der Fasnacht“ und im „Fasnachtshaus Nassereith“ sind alle Figuren das ganze Jahr zu sehen.

Info: www.fasnacht-nassereith.at

Fotos Elke Backert

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Elke Backert

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