Polen-Events in 2017


In 2016 reisten so viele ausländische Touristen nach Polen wie nie zuvor. Die Polnische Tourismusorganisation schätzt ihre Zahl auf etwas 17,3 Millionen, ein Plus von sieben Prozent gegenüber 2015. Aus Deutschland reisten rund 6,5 Millionen Gäste an, etwa acht Prozent mehr als im Jahr zuvor. Polens Touristiker sind zuversichtlich, dass sie die Erfolgsgeschichte fortschreiben können. Das Angebot für Aktiv- und Kulturreisende wird weiter ausgebaut, neue Hotels sind im Bau, und auch einige sportliche Großereignisse sollen in diesem Jahr für zusätzliche Gäste sorgen.  

Breslau als Europäische Kulturhauptstadt zählte 2016 mehr als fünf Millionen Besucher, darunter etwa 1,4 Millionen aus dem Ausland.

Bei den World Games vom 20. bis 30. Juli, wo sich 3.500 Athleten aus aller Welt in 31 nichtolympischen Sportarten messen, erwartet Breslau bis zu eine halbe Million Besucher.

„Deutschland bleibt mit Abstand unser wichtigster ausländischer Quellmarkt“, betont Paweł Lewandowski, Direktor des Polnischen Fremdenverkehrsamtes in Berlin. Mehr als ein Drittel aller ausländischen Gäste kommen von dort. Ob an der Ostseeküste, in Masuren, in Polens Bergregionen oder den großen Städten – überall wurden im vergangenen Jahr Rekordergebnisse gemeldet. Lewandowski führt das wachsende Interesse an Polen zum einen darauf zurück, dass viele Touristen sich wegen der unsicheren Lage in anderen traditionellen Reiseregionen für Polen entschieden haben. Zum anderen überzeuge aber auch das touristische und kulturelle Angebot immer mehr Gäste.
„Wir erleben seit Jahren einen Boom beim Bau von Hotels“, so Lewandowski. „Viele Häuser an der polnischen Ostseeküste und in anderen Ferienregionen sind neu, modern und haben einen sehr hohen Standard.“ Überall im Lande entstünden neue Radwege, Marinas oder Aquaparks.

Zur positiven Bilanz trug 2016 besonders die niederschlesische Metropole Wrocław (Breslau) bei, die als Europäische Kulturhauptstadt mehr als fünf Millionen Besucher zählte, darunter etwa 1,4 Millionen aus dem Ausland. In diesem Jahr ist Breslau erneut Gastgeber für ein Großereignis. Bei den World Games vom 20. bis 30. Juli werden sich rund 3.500 Athleten aus aller Welt in 31 nichtolympischen Sportarten messen. Die Stadt erwartet bei den Wettkämpfen bis zu eine halbe Million Besucher.

Die Stabholzkirche Wang

Gern wird auch die Wallfahrtskirche Tschenstochau aufgesucht

Auch zwei weitere sportliche Höhepunkte stehen 2017 in Polen an. Im Juni finden dort die Europameisterschaften der U 21-Teams im Fußball statt, im Spätsommer die Europameisterschaften im Volleyball der Männer. In beiden Disziplinen sind die Finalrunden in Kraków (Krakau) geplant.

Die Weberhäuser, die Gerhart Hauptmann zum Thema seines Romans „Die Weber“ machte, sind oft Anziehungspunkt

Eine Floßfahrt auf dem Dunajec wird gern gemacht

Neben Zuschauern von Sportereignissen möchte Polen aber auch Touristen ansprechen, die selbst im Urlaub aktiv sein wollen. Der Anfang 2016 fertiggestellte Radweg Green Velo erfreue sich eines zunehmenden Interesses von in- und ausländischen Touristen. Das Prestigeprojekt führt auf fast 2.000 Kilometern Länge durch fünf ostpolnische Woiwodschaften und durch einige der schönsten Naturlandschaften Polens. Im Bereich der Großen Masurischen Seen entsteht jetzt ein neuer Rad-Rundweg von 300 Kilometern Länge, der mit dem Green Velo verbunden wird. Per Rad kann man nicht nur die Natur erleben, sondern auch die Städte erkunden. In vielen Großstädten entstanden in den vergangenen Jahren Fahrrad-Verleih-Stationen.
Zu den Vorreitern gehört die Hauptstadt Warszawa (Warschau), wo man seit Anfang März an mehr als 300 Stationen fast 5.000 Räder ausleihen kann. An ausgewählten Stationen stehen auch 100 E-Bikes und 60 Kinderfahrräder bereit. Die Stadt will ihr Radwegenetz in den kommenden Jahren von derzeit 490 Kilometern mehr als verdoppeln.
Weiter ausgebaut wird auch das kulturelle Angebot des Landes. So wird im kommenden Mai in Warschau das einstige Historische Museum nach vierjährigen Umbauarbeiten als Muzeum Warszawy wiedereröffnet. Anhand von mehr als 7.000 Exponaten und unterstützt von moderner Technik soll dort die Geschichte Warschaus erzählt werden. Das Museum ist in elf nebeneinanderliegenden Bürgerhäusern am Altstädtischen Markt untergebracht, die komplett erneuert wurden.

Breslau, Am Salzmarkt

Die Finalrunden einiger Sport-Wettkämpfe sind in Krakau geplant

Am 7. November 2017 feiert man in Polen den 150. Geburtstag der zweifachen Nobelpreisträgerin Maria Skłodowska-Curie. Zu diesem Anlass soll nach zweijährigen Umbauarbeiten das Museum in ihrem Geburtshaus in der Warschauer Neustadt mit vergrößerter Ausstellungsfläche wiedereröffnet werden. Schließlich erhält Warschau bis Ende des Jahres auch ein neues Museum, das der 600-jährigen Geschichte des polnischen Wodkas gewidmet ist. Es entsteht auf dem Gelände der ehemaligen Wodkafabrik Koneser im Szeneviertel Praga.

In Breslau wird bereits im März das erste polnische Theatermuseum in einem ehemaligen Flügel des Stadtschlosses eröffnet, in Poznań (Posen) soll bis zur Jahresmitte das Museum für Angewandte Kunst seine neuen Räume im wiederaufgebauten königlichen Schloss beziehen.

In Polens drittgrößter Stadt Łódź (Lodsch) entsteht bis Mitte des Jahres ein neues
Wissenschafts- und Technikzentrum auf dem Gelände des 1906 errichteten ersten E-Werks.
Bereits Anfang 2016 hatte dort das Nationale Zentrum der Filmkultur seine Arbeit aufgenommen, fast zeitgleich öffnete eines der modernsten Planetarien in Europa seine Pforten.

Der Feuer speiende Drache in Krakau

Gleich vier wichtige polnische Städte feiern in diesem Jahr einen runden Geburtstag. Opole (Oppeln) erhielt vor 800 Jahren erstmals seine Stadtrechte verliehen. Die Hauptstadt der gleichnamigen Woiwodschaft plant aus diesem Anlass zahlreiche Veranstaltungen. Wojtek Mazolewski, einer der bekanntesten Jazzmusiker Polens, wird eigens zum Stadtjubiläum einen Song über 800 Jahre Oppeln komponieren, der seine Premiere bei einem Konzert am 19. Mai im Nationalen Zentrum des Polnischen Liedes haben wird.
Die ostpolnische Metropole Lublin wurde vor 700 Jahren gegründet. Jedes Jahr verwandelt sich Ende Juli die Altstadt beim „Carnaval Sztukmistrzów“ zum Treffpunkt von Magiern und Akrobaten. Die Anregung für diese Veranstaltung gab der Roman „Der Magier von Lublin“ des Literaturnobelpreisträgers Isaac B. Singer. In diesem Jahr ist Lublin zudem Schauplatz für die 40. Europäische Jonglier-Konvention, Europas größtes Jonglier-Festival, das vom 22. bis 30. Juli stattfinden wird.
Dritter Jubilar ist die Kreisstadt Piotrków Trybunalski in der Woiwodschaft Łódzkie. Sie wurde im 16. Jahrhundert neben Lublin zum zweiten Sitz des Krontribunals, des höchsten Gerichts in Polen. Die Stadt lockt nicht nur mit zahlreichen historischen Bauwerken,
sondern ist auch stolz auf eine jahrhundertelange Brautradition.
Schließlich feiert auch die schlesische Stadt Racibórz (Ratibor) ihren 800. Geburtstag.

Info: www.polen.travel

Fotos Elke Backert

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Elke Backert

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Kunst, Kultur und Reisen

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